Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und so stehen Personen einer Veränderung des Status quo häufig eher kritisch gegenüber. Darüber können Geschäftsführende oder Veränderungsbeauftragte in Unternehmen ein Lied singen. Egal ob es um die Einführung eines neuen digitalen Tools, von Nachhaltigkeitsmaßnahmen oder einer Umstrukturierung geht, die Veränderung trifft nicht selten auf viele Kritiker*innen und droht deswegen zu scheitern.

Durch (in)formelle Kommunikation Veränderung vorantreiben

Eines ist klar: Veränderung muss von den Menschen in der Organisation getragen werden. Es reicht nicht aus, diese einmal anzukündigen. Ein kontinuierlicher und transparenter Kommunikationsfluss muss gewährleistet werden. Doch nicht nur formelle Kommunikation, wie offizielle Ankündigungen, sind dabei wichtig, sondern vor allem auch die informelle Kommunikation. Letztere kann einen großen Einfluss auf den Erfolg von Veränderungen haben. Laut einer Studie wirkt sich die informelle Kommunikation zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften positiv auf das Wohlbefinden, die Arbeitszufriedenheit und das Engagement aus (Krick et al., 2022). Diese Mitarbeitenden sind zugleich mehr gewollt, Veränderungen mitzutragen (Gallup, 2024). Auch zwischen Mitarbeitenden ist informelle Kommunikation wichtig für die Motivation und den Einsatz für gemeinsame Ziele (Tautz et al., 2023).

Was genau ist informelle Kommunikation und wofür ist sie gut?

Mit informeller Kommunikation bezeichnet man den spontanen und ungezwungenen Austausch von Informationen außerhalb formaler Strukturen, Regeln und festgelegter Kommunikationswege. Sie erfolgt häufig in persönlichen Gesprächen oder digitalen Chats und ist durch einen lockeren, situationsbezogenen Charakter geprägt. Sie basiert auf persönlichen Beziehungen und Vertrauen, fördert den schnellen Wissenstransfer sowie den sozialen Zusammenhalt und ergänzt die formellen Kommunikationsprozesse innerhalb einer Organisation.

Abbildung 1: Formelle vs. informelle Kommunikation (eigene Darstellung)

Einige Führungskräfte halten informelle Kommunikation, insbesondere in Form des „Flurfunks“, als nicht zuträglich und wollen diese insgesamt verbieten. Nicht selten bewirkt dies das Gegenteil des Gewünschten. Gespräche und die Stimmung im Unternehmen entwickeln sich dann zunehmend in eine negative Richtung. Außerdem wird dabei auch eine wichtige Chance im Veränderungsprozess vergeben. Denn im kleinen, informellen Kreis können Fragen, Wünsche und Ängste offen diskutiert werden, welche offiziell nicht thematisiert würden. Die Verbindung ist vertrauensvoller und belastbarer (Schaff & Wyes, 2019).

Change Agents als informelle Veränderungsbegleiter*innen nutzen

Um die Chancen informeller Kommunikation gezielt zu nutzen, setzen einige Organisationen auf sogenannte Change Agents oder Veränderungsbegleiter*innen. Dabei handelt es sich um Mitarbeitende ohne Führungsverantwortung, die innerhalb ihrer Organisation hohes Vertrauen genießen und über gute Beziehungen zu ihren Kolleg*innen verfügen. Es sind die Personen, deren Meinung geschätzt wird, die als glaubwürdig gelten und die andere bei Unsicherheiten um Rat fragen. In Veränderungsprozessen können sie eine wichtige Brückenfunktion übernehmen, indem sie Informationen weitergeben, Rückmeldungen aus der Belegschaft aufnehmen und zwischen verschiedenen Bereichen vermitteln. So helfen sie dabei, Akzeptanz für Veränderungen zu schaffen und mögliche Herausforderungen und Risiken frühzeitig sichtbar zu machen. Da Veränderungen sich selten allein über formale Kommunikationswege verbreiten, können Veränderungsbegleiter*innen über ihre Netzwerke dazu beitragen, neue Ideen und Arbeitsweisen nachhaltig in der Organisation zu verankern (Schmidt, 2016).

Besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist der Einsatz von Veränderungsbegleiter*innen vorteilhaft. Meistens existieren aufgrund der Größe und vorhandener Ressourcen keine „Change“-Abteilungen, wie in Großunternehmen, die sich um den Veränderungsprozess kümmern. Es gibt eine beauftragte Person oder der/die Geschäftsführer*in nimmt es selbst in die Hand. Die meisten Geschäftsführer*innen kennen ihre Belegschaft sehr gut und wissen schnell, welche Personen offen gegenüber Neuerungen sind und andere davon überzeugen können. Diese Schlüsselpersonen können im ersten Schritt identifiziert und zu Veränderungsbegleiter*innen befähigt werden.

Veränderungsbegleiter*innen befähigen: So gehen wir vor

Aus unserer Erfahrung braucht es einen strukturierten Prozess, der bei der Auswahl geeigneter Personen beginnt. Dabei geht es weniger um formale Funktionen als um Fragen wie: Wer genießt im Unternehmen fachliche Glaubwürdigkeit? Wer ist gut vernetzt und wird von Kolleg*innen als vertrauenswürdige Ansprechperson wahrgenommen? Und wer bringt echtes Interesse an der angestrebten Veränderung mit? Gerade diese Mischung aus Akzeptanz, Vernetzung und persönlicher Motivation macht Veränderungsbegleiter*innen zu wichtigen Brückenbauer*innen im Veränderungsprozess.

Nach der Auswahl unterstützen wir die Veränderungsbegleiter*innen dabei, ihre Rolle zu definieren und auszufüllen. Dazu gehören theoretisches Wissen über Veränderungsmanagement ebenso wie Kommunikations- und Moderationskompetenzen. Darüber hinaus stellen wir Methoden und Werkzeuge zur Verfügung, mit denen sie Gespräche im Kolleg*innenkreis begleiten und Fragen aufgreifen können. Wichtig ist auch, regelmäßig Räume für Austausch und Reflexion zu schaffen. In Austauschrunden werden Erfahrungen geteilt, Herausforderungen besprochen und Impulse für das weitere Vorgehen entwickelt. Gleichzeitig werden Fortschritte und kleine Erfolge sichtbar gemacht. Gerade diese sichtbaren Erfolgserlebnisse tragen dazu bei, Motivation aufrechtzuerhalten und die Veränderung Schritt für Schritt in der Organisation zu verankern.

© Ross Findon

Herausforderungen und Grenzen des Ansatzes

So wertvoll Begleiter*innen für Veränderungsprozesse sein können, ist der Ansatz kein Selbstläufer. Eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg besteht darin, dass Veränderungsbegleiter*innen von ihren Kolleg*innen als glaubwürdige und unabhängige Ansprechpartner*innen wahrgenommen werden. Werden sie hingegen als „verlängerter Arm des Managements“ betrachtet, kann dies Vertrauen beeinträchtigen und ihre Wirkung einschränken. Gleichzeitig darf die Rolle nicht unterschätzt werden. Die Begleitung von Veränderungen erfordert Zeit, Aufmerksamkeit und die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen. Werden diese Ressourcen nicht bereitgestellt, stößt das Engagement schnell an seine Grenzen.

Ebenso wichtig ist die Unterstützung durch Führungskräfte. Veränderungsbegleiter*innen können Orientierung geben, Rückmeldungen aufnehmen und Veränderungen im Arbeitsalltag fördern. Sie können jedoch keine fehlenden Entscheidungen, unklare Rahmenbedingungen oder mangelnde Unterstützung durch das Management kompensieren. Besonders wirksam sind Change Agents, wenn sie sowohl Rückhalt durch Führungskräfte als auch Akzeptanz in der Belegschaft genießen.

Richtig eingesetzt kann der Ansatz einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Veränderungen verständlich zu machen, Akzeptanz zu fördern und Wandel nachhaltig in der Organisation zu verankern.

Sie möchten Veränderungsbegleiter*innen in Ihrem Betrieb befähigen? Wir beraten Sie gerne. Nehmen Sie einfach mit uns Kontakt auf.

Quellen:

Gallup. (2024). Engagement Index Deutschland 2023. Gallup Inc.

Krick, A., Felfe, J., Neidlinger, S. M., Klebe, L., Tautz, D., Schübbe, K., Frontzkowski, Y., Gubernator, P., Hauff, S., & Renner, K.-H. (2022). Auswirkungen von Homeoffice: Ergebnisse einer bundesweiten Studie mit Führungskräften und Mitarbeitenden. Helmut-Schmidt-Universität Der Bundeswehr. https://www.hsu-hh.de/psyaow/newsblog-aus-unserem-dtec-projekt-digital-leadership-and-health/

Schaff, A., & Wyes, T. (2019). Informelle Kommunikation als Säule im Change-Prozess. OrganisationsEntwicklung, 3.

Schmidt, C. (2019). Change-Projekte brauchen Multiplikatoren. Mutaree. https://mutaree.com/wp-content/uploads/2021/11/cm_2019_07_13-16_mutaree.pdf

Tautz, D., Krick, A., & Felfe, J. (2023). Informelle Kommunikation als Führungsinstrument. Springer, 1–12. https://doi.org/10.1007/978-3-642-55213-7_54-2

Fachkräftemangel, demografischer Wandel, Digitalisierung – große Begriffe, die Unternehmen in Brandenburg ebenso beschäftigen wie uns im Zukunftszentrum. Auch die Pflege, einer unserer beiden Branchen-Schwerpunkte, bleibt davon nicht unberührt.

Nicht erst seit dem Anschluss der Pflege an die Telematikinfrastruktur im Sommer 2025 zeigt sich, was es bedeutet, wenn eine gesamte Branche innerhalb kurzer Zeit vor weitreichenden Digitalisierungsprozessen steht. Zum Jahreswechsel trat zusätzlich das Befugniserweiterungs- und Entbürokratisierungsgesetz in der Pflege (BEEP-Gesetz) in Kraft. Das Gesetz umfasst zahlreiche Regelungen, unter anderem mit dem Ziel, Dokumentationspflichten zu reduzieren und die Pflegeberufe aufzuwerten: Pflegefachpersonen sollen künftig eigenständig Heilkunde ausüben, Pflegediagnosen stellen sowie Pflegehilfsmittel verordnen dürfen.

Was bedeuten die Veränderungen für die Praxis?

Über diese Veränderungen wurde viel gesprochen – auch öffentlich. Mit den genannten Veränderungen gehen vermutlich auch Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. Uns hat deshalb vor allem interessiert, was sie ganz konkret für einzelne Pflegeunternehmen in Brandenburg, aber auch für die Pflegenden selbst bedeuten. Sind die Veränderungen im Arbeitsalltag spürbar? Und wenn ja, wie wirken sie sich aus? Welche Befürchtungen gibt es, welche Chancen werden gesehen?

Perspektiven aus den Pflegeunternehmen in Brandenburg

Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, die Perspektiven der Unternehmen selbst einzubeziehen. Dazu haben wir eine kleine, nicht repräsentative Umfrage an einige stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen in Brandenburg versandt. Gefragt haben wir nach den derzeit größten Herausforderungen, den erwarteten Veränderungen sowie nach dem Unterstützungsbedarf der Unternehmen. Dabei haben uns ein paar spannende Rückmeldungen erreicht.

Als zentrale Herausforderungen werden insbesondere Schnittstellenprobleme benannt – also spezifische Anforderungen an die zu verwendende technologische Infrastruktur, aber auch Schwierigkeiten bei der umfassenden Nutzung der Telematik, da diese vielerorts noch nicht flächendeckend bei allen beteiligten Akteuren etabliert und akzeptiert ist. Die Folge: Digitalisierung wird häufig (noch) nicht als Entlastung wahrgenommen, sondern eher als zusätzlicher Aufwand in einem ohnehin schon stressigen Arbeitsalltag. Dazu kommt: bereits jetzt fehlen in vielen Einrichtungen zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen. Auch die notwendige Schulung und Motivation zur Nutzung und Anwendung von Technik durch die Mitarbeitenden werden als Herausforderung genannt.

Zwischen Belastung und Aufbruch: erwartete Veränderungen

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den erwarteten Veränderungen: Organisations‑ und Kompetenzentwicklung werden als zentrale Aufgaben bei der aktiven Gestaltung des Wandels benannt. Gleichzeitig wird auch eine optimistische Perspektive sichtbar. Einige Teilnehmende verbinden die Weiterentwicklung von Kompetenzen ausdrücklich mit einer zunehmenden Professionalisierung der Pflege. Auch die Chancen einer gelungenen Digitalisierung – etwa der Wunsch nach Zeitersparnis, schnellere und sicherere Kommunikation sowie eine vereinfachte Dokumentation – werden hervorgehoben.

Austausch zum Internationalen Tag der Pflege

Mit diesen Erkenntnissen im Gepäck haben wir am 12. Mai, anlässlich des Internationalen Tages der Pflege, zu einem Online‑Gespräch unter dem Motto „Befugnisse im Wandel, Bedarfe im Wandel – was bewegt Sie in Ihrem Pflegeunternehmen?“ eingeladen. Pflegeunternehmen aus Brandenburg nutzten die Gelegenheit, sich mit uns über aktuelle Veränderungsprozesse auszutauschen und ihre Erfahrungen aus der Praxis zu teilen.

Dabei wurde erneut deutlich, wie mühsam Digitalisierungsprozesse sein können, wenn weiterhin Fax und Papier für die Kommunikation mit weniger digitalisierten Akteuren notwendig sind. Hinzu kommt, dass engagierte „Digitalisierungsbotschafter*innen“ diese Rolle aufgrund des anhaltenden Personalmangels häufig nur eingeschränkt wahrnehmen können.

Generationen, Ausbildung und Digitalisierung

Auch das Thema Generationen und unterschiedliche Erwartungen an die Arbeitswelt wird diskutiert. Zwar haben jüngere Menschen im Alltag häufig mehr Kontakt zu digitalen Anwendungen, dennoch spielt Digitalisierung in der Pflegeausbildung bislang eher eine untergeordnete Rolle.

Unsere Einladung: reflektieren, Möglichkeitsräume eröffnen und gestalten

Als Zukunftszentrum Brandenburg möchten wir Sie bei diesen und anderen Themen des Wandels begleiten.

Wir bieten unterschiedliche Formate an, Arbeits- und Organisationsgestaltung aktiv anzugehen und Mitarbeitende in Veränderungs‑ und Digitalisierungsprozessen mitzunehmen.

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Stromausfall um 7:30 Uhr und nun? Das Zukunftszentrum Brandenburg zeigt KMU, wie Kommunikation im Ernstfall gelingt.

Es ist 7:30 Uhr morgens, der Arbeitstag startet und plötzlich fällt in Cottbus der Strom aus. Maschinen stehen still, Rechner fahren nicht hoch. Was jetzt? Genau diese Frage hat das Zukunftszentrum Brandenburg gemeinsam mit dem Marketing-Team der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. Regionalverband Südbrandenburg in einem praxisnahen Workshop beantwortet.

Intern: Klare Rollen, klare Wege


Wer kommuniziert im Ernstfall und über welche Kanäle, wenn digitale Wege ausfallen? Im Workshop erarbeiteten die Teilnehmenden erste Ideen für einen Krisenkommunikationsplan mit klaren Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten und Alternativen, zum Beispiel einen definierten Sammelort für das Team oder eine Person, die ein Funkgeräte bedienen kann. Feststeht: Die Ergebnisse müssen in eine Checkliste oder Handreichung gebracht werden und verfügbar sein – ganz ohne Strom.

Extern: Schnell, offen, konsistent


Im Workshop einigten sich die Teilnehmenden gemeinsam auf klare Dos für die externe Kommunikation im Ernstfall: schnell reagieren, klare und einfache Sprache nutzen und nur Gesichertes kommunizieren. Ebenso wurden konkrete Don’ts festgehalten: Spekulationen,
Schuldzuweisungen und Einsatzsprache in der Krisenkommunikation vermeiden.

Leitlinien, die wirklich genutzt und gelebt werden


Als weiteres Arbeitsergebnis hielten die Teilnehmenden fest: Krisenkommunikation funktioniert nur, wenn sie vorbereitet ist und bevor der Ernstfall eintritt. Das Team entwickelte daher den Ansatz, eine kompakte Checkliste zu erstellen, die im Betrieb ausliegt und regelmäßig in Teambesprechungen aufgegriffen wird. So wird Krisenkommunikation zur gelebten Unternehmenskultur und nicht zum reinen Notfallthema.

Krisenfest werden – wir helfen dabei!


Das Zukunftszentrum Brandenburg bietet Workshops wie diesen auch für Ihr Unternehmen an. Praxisnah, zugeschnitten auf KMU in Brandenburg und direkt anwendbar. Jetzt Kontakt aufnehmen und mehr über unsere Angebote erfahren.

Der Internationale Frauentag am 8. März ist ein guter Anlass, auf die Arbeitssituation von Frauen in Brandenburgs Arbeitswelt zu blicken – und auf die Frage, wie weit wir in Sachen Gleichstellung wirklich sind. Besonders im Handwerk zeigt sich ein Spannungsfeld zwischen Fortschritt und teilweise strukturellen Hürden.


Sichtbarer, aber noch nicht selbstverständlich


Frauen im Handwerk sind längst keine Ausnahme mehr, doch von echter Gleichstellung sind viele Bereiche noch entfernt. Insgesamt sind Frauen im Handwerk weiterhin stark unterrepräsentiert: Nur 10,3 % der Erwerbstätigen in Handwerksberufen sind Frauen (Statistisches Bundesamt, 2026). Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks werden jedoch 24,9 % der Handwerksbetriebe von Frauen (mit)geführt und 15,9 % der Meisterprüfungen wurden 2024 von Frauen abgelegt (Rimpler, 2024). Diese Zahlen zeigen: Frauen übernehmen Verantwortung, gestalten Betriebe und prägen die Zukunft des Handwerks.
Eine Untersuchung des Instituts für Wirtschaft in Köln hat darüber hinaus festgestellt, dass Frauen häufiger in Handwerksberufen arbeiten, in denen es Fachkräfteengpässe gibt (Informationsdiensts des Instituts der deutschen Wirtschaft [IWD], 2025). Teil der strategischen Bekämpfung des Fachkräftemangels, der im Handwerk stark ausgeprägt ist, muss es also auch sein, Frauen den Einstieg zu erleichtern.


Gleichzeitig bleiben technische Gewerke weiterhin stark männlich dominiert. Frauen berichten häufiger von Vorurteilen, fehlender Förderung oder mangelnder Sichtbarkeit. Die Erwerbsstatistik des Statistischen Bundesamts zeigt zudem, dass Frauen insgesamt weiterhin in Dienstleistungs- und Büroberufen überrepräsentiert sind (Statistisches Bundesamt, 2026) – ein Hinweis darauf, dass geschlechtsspezifische Berufswahlmuster weiterhin wirken. Für Brandenburg bedeutet das: Betriebe müssen aktiv daran arbeiten, Hürden für Frauen abzubauen – durch wertschätzende Unternehmenskultur, klare Entwicklungspfade und gezielte Ansprache junger Frauen in Ausbildung und Praktika.


Was Betriebe tun können


Gleichstellung gelingt nur, wenn Betriebe mögliche Ungleichheiten reflektieren und aktiv daran arbeiten. Dazu gehören klare Kommunikationsstrukturen, faire Entwicklungschancen, Beteiligung der Mitarbeitenden und eine Unternehmenskultur, die Vielfalt als Stärke begreift. Wir als Zukunftszentrum Brandenburg unterstützen Unternehmen dabei, diese Veränderungen Schritt für Schritt umzusetzen – praxisnah, kostenfrei und gemeinsam mit den Menschen im Betrieb.

Quellen:

Informationsdiensts des Instituts der deutschen Wirtschaft. 2025. Meisterhafte Frauen im Handwerk.
https://www.iwd.de/artikel/meisterhafte-frauen-im-handwerk-652322/


Landesregierung Brandenburg. 2025. Daten und Fakten zur Pflege im Land Brandenburg – Analyse der Pflegestatistik 2023. Erste Fassung ohne Projektionen. https://mgs.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/Daten-und-Fakten-zur-Pflege-im-Land-Brandenburg-2023.pdf


Statistisches Bundesamt. 2026. Erwerbsbeteiligung von Frauen nach Berufen.
https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-1/erwerbsbeteiligung-frauen-berufe.


Rimpler, R. 2024. Frauen des Handwerks. Zentralverband des Deutschen Handwerks.
https://www.zdh.de/daten-und-fakten/kennzahlen-des-handwerks/frauen-des-handwerks/

Ab sofort gibt es die Themen des Zukunftszentrums Brandenburgs auch zum Hören: Die erste Folge unseres brandneuen Podcast „Schrittweise anders“ ist veröffentlicht. Hier berichten wir über Entwicklungen, Erfahrungen aus der Praxis und zeigen, wie Unternehmen Schritt für Schritt Wandel gestalten können.

Neue Folgen gibt es jeden Monat, hören Sie jetzt in die erste Folge rein:

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