Frauen im Handwerk: Fortschritte, Herausforderungen und der Blick nach vorn
Der Internationale Frauentag am 8. März ist ein guter Anlass, auf die Arbeitssituation von Frauen in Brandenburgs Arbeitswelt zu blicken – und auf die Frage, wie weit wir in Sachen Gleichstellung wirklich sind. Besonders im Handwerk zeigt sich ein Spannungsfeld zwischen Fortschritt und teilweise strukturellen Hürden.
Sichtbarer, aber noch nicht selbstverständlich

Frauen im Handwerk sind längst keine Ausnahme mehr, doch von echter Gleichstellung sind viele Bereiche noch entfernt. Insgesamt sind Frauen im Handwerk weiterhin stark unterrepräsentiert: Nur 10,3 % der Erwerbstätigen in Handwerksberufen sind Frauen (Statistisches Bundesamt, 2026). Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks werden jedoch 24,9 % der Handwerksbetriebe von Frauen (mit)geführt und 15,9 % der Meisterprüfungen wurden 2024 von Frauen abgelegt (Rimpler, 2024). Diese Zahlen zeigen: Frauen übernehmen Verantwortung, gestalten Betriebe und prägen die Zukunft des Handwerks.
Eine Untersuchung des Instituts für Wirtschaft in Köln hat darüber hinaus festgestellt, dass Frauen häufiger in Handwerksberufen arbeiten, in denen es Fachkräfteengpässe gibt (Informationsdiensts des Instituts der deutschen Wirtschaft [IWD], 2025). Teil der strategischen Bekämpfung des Fachkräftemangels, der im Handwerk stark ausgeprägt ist, muss es also auch sein, Frauen den Einstieg zu erleichtern.
Gleichzeitig bleiben technische Gewerke weiterhin stark männlich dominiert. Frauen berichten häufiger von Vorurteilen, fehlender Förderung oder mangelnder Sichtbarkeit. Die Erwerbsstatistik des Statistischen Bundesamts zeigt zudem, dass Frauen insgesamt weiterhin in Dienstleistungs- und Büroberufen überrepräsentiert sind (Statistisches Bundesamt, 2026) – ein Hinweis darauf, dass geschlechtsspezifische Berufswahlmuster weiterhin wirken. Für Brandenburg bedeutet das: Betriebe müssen aktiv daran arbeiten, Hürden für Frauen abzubauen – durch wertschätzende Unternehmenskultur, klare Entwicklungspfade und gezielte Ansprache junger Frauen in Ausbildung und Praktika.
Was Betriebe tun können
Gleichstellung gelingt nur, wenn Betriebe mögliche Ungleichheiten reflektieren und aktiv daran arbeiten. Dazu gehören klare Kommunikationsstrukturen, faire Entwicklungschancen, Beteiligung der Mitarbeitenden und eine Unternehmenskultur, die Vielfalt als Stärke begreift. Wir als Zukunftszentrum Brandenburg unterstützen Unternehmen dabei, diese Veränderungen Schritt für Schritt umzusetzen – praxisnah, kostenfrei und gemeinsam mit den Menschen im Betrieb.
Quellen:
Informationsdiensts des Instituts der deutschen Wirtschaft. 2025. Meisterhafte Frauen im Handwerk.
https://www.iwd.de/artikel/meisterhafte-frauen-im-handwerk-652322/
Landesregierung Brandenburg. 2025. Daten und Fakten zur Pflege im Land Brandenburg – Analyse der Pflegestatistik 2023. Erste Fassung ohne Projektionen. https://mgs.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/Daten-und-Fakten-zur-Pflege-im-Land-Brandenburg-2023.pdf
Statistisches Bundesamt. 2026. Erwerbsbeteiligung von Frauen nach Berufen.
https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-1/erwerbsbeteiligung-frauen-berufe.
Rimpler, R. 2024. Frauen des Handwerks. Zentralverband des Deutschen Handwerks.
https://www.zdh.de/daten-und-fakten/kennzahlen-des-handwerks/frauen-des-handwerks/